Trainer sind auch nur Menschen

Trainingssessions in Unternehmen sind anspruchsvolle Aufgaben, insbesondere für Sie: den Trainer. Als Moderator und Trainer steht man unter erheblichem Druck, während der Session mehrere Herausforderungen gleichzeitig zu meistern: Das Interesse der Teilnehmer zu wecken, Inhalte zielgruppengerecht zu vermitteln, auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen einzugehen und vieles mehr.

Sicherlich hat jeder gute Trainer den Anspruch an sich selbst, das “perfekte” Training durchzuführen. Aber ist es überhaupt möglich, das “perfekte” Training abzuliefern? Manches liegt schlichtweg außerhalb des Einflussbereichs des Trainers. Ob es sich nun um einen Feueralarm handelt, der mitten in Ihrer Präsentation ausgelöst wird, oder um ein Video, das sich nicht abspielen lässt, es gibt eine Menge Dinge, die Ihre Bemühungen behindern können.

Die gute Nachricht lautet: Sie sind nicht allein! 

Jonathan Halls, Autor des Buches “Confessions of a Corporate Trainer”, hat mit Mimeo über seine wichtigsten 6 Lektionen gesprochen, die er im Laufe seiner knapp 30-jährigen Trainingserfahrung gelernt hat. 

Locker nehmen, wenn etwas schief geht  

Niemand ist perfekt. Die wichtigste Aufgabe eines Corporate Trainers ist es, den Lernenden hilfreiche Informationen zu liefern. Der Trainingsablauf und die Präsentation kommen erst an zweiter Stelle. Wenn etwas Unerwünschtes passiert, improvisieren Sie am besten und führen Sie den Fokus zurück zum Training.

Einer von Jonathan Halls Kunden änderte einst die Lernziele – kurzfristig am Vorabend des ersten Trainingstages. Solche Änderungen können passieren und liegen außerhalb Ihres Einflussbereichs. Alles, was ein Trainer tun kann, ist, den Lernenden zu helfen, ihr Wissen aufzubauen und zu erweitern – hierfür sollte er entsprechend agil und offen sein. 

Fokussieren Sie sich nicht zu sehr auf die Präsentation

Leider vergessen die Lernenden oftmals einen großen Teil der Präsentation des Trainers relativ rasch nach dem Training wieder. Studien haben gezeigt, dass 33% der Mitarbeiter, die an firmeninternen Schulungen teilnehmen, sich nicht von den Trainingsinhalten inspiriert fühlen.

Langweilen Sie Ihre Lernenden nicht, indem Sie versuchen, ein Redner oder Mini-Keynote Speaker zu sein. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf die Förderung der Lernenden durch Aktivitäten, die das Lernen ankurbeln. Gute Gelegenheiten dafür sind beispielsweise Fragen der Teilnehmer: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, alle Fragen zu besprechen und zu beantworten und spielen Sie Beispiele durch. Sie können davon ausgehen, dass die meisten Ihrer Teilnehmer ähnliche Fragen haben. Indem Sie von einer eventuell vorbereiteten Präsentation abweichen, können Sie auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen und eine stärkere Lernerfahrung bieten.

Stellen Sie den Lerner in den Mittelpunkt

Es geht immer um den Lernenden. Das Lernen findet im Lerner statt und nicht in Ihren Präsentationsfolien. Finden Sie also heraus, welches Wissen der Lernende benötigt, um in seinem Arbeitsalltag die geforderte Leistung erbringen zu können.

Die Themen, die sich aus einer offenen Diskussion ergeben, dienen sowohl Ihnen als auch den Lernenden. Der Schlüssel zum Trainingserfolg liegt auch im Mindset Ihrer Teilnehmer und Ihrer Art, Zugang dazu zu gewinnen. Verwenden Sie daher weniger Folien und planen Sie mehr Zeit für Diskussionen und Austausch ein.

Finden Sie heraus, was Ihr Leben einfacher macht

Es ist ein Muss, verschiedene Partner zu finden, die Ihnen helfen können, aus schwierigen Situationen herauszukommen. Es ist unmöglich, die Antwort auf jede Frage zu wissen, aber zu wissen, wie man die richtige Antwort findet, wird Sie retten.

Es gibt Fachexperten, Kollegen und auch Anbieter (wie z.B. Mimeo, die Sie rasch unterstützen können, wenn Sie z.B.  zusätzliche Arbeitsmappen benötigen), die Ihnen auf Ihrer Reise als Trainer zur Seite stehen. Nutzen Sie diese Ressourcen, um Hilfestellungen und Zugang zu mehr Informationen zu erhalten.

Lassen Sie die Lerner Antworten auf ihre Fragen finden

Unabhängigkeit ist ein wichtiger Stichpunkt: Es kann hilfreich sein, Lernenden ihren Freiraum zu lassen, um Antworten und Lösungswege selbst zu entdecken. Wenn ein Teilnehmer Sie beispielsweise in einer Session fragt, wie Sie mit einem bestimmten Szenario wie einem fehlgeschlagenen Verkaufsgespräch umgehen sollen, dann spielen Sie die Frage zurück an die Gruppe. Kollektives Wissen ist in diesen Gruppen vorhanden, also sollten Sie es unbedingt nutzen.

Planen Sie Zeit zur Reflektion ein

Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, um zu überlegen, ob Ihre Trainingstechniken für die Lernenden hilfreich und zielführend sind. Das Nachdenken über eine Trainingssession, eine Präsentation oder eine Übung kann zukünftige Trainings verbessern. Sie können Ihre Taktiken und Vorgehensweisen jederzeit anpassen und verbessern und Ihr Publikum wird es Ihnen umgehend zurückmelden. Corporate Trainer zu sein, kann manchmal ein undankbarer Job sein, aber: Sie können Ihren Teilnehmern täglich Hilfestellungen und Wissen vermitteln und damit einen konkreten Einfluss ausmachen! Auch Sie selbst entwickeln sich dadurch langfristig ständig weiter. 

Entscheidend ist: Es geht nicht darum, wie gut Sie selbst sind, sondern wie sehr Sie Ihren Teilnehmern helfen, ihre neuen Fähigkeiten aufzubauen.